Forschungen zu den Bakchen von Euripides

Das Theater ist die Maske der Frau.
Theodoros Terzopoulos

Was geschieht, wenn der Körper spricht? Wo entspringt die Erzählung des Unsagbaren? Wie betreten wir den Erinnerungsraum in den Tiefen des Körpers und wie ordnet sich Sprache angesichts des Schreckens?

Dionysos, der Schwellengott, bringt den Schrecken seiner Geburt und sein Exil ins Spiel. Skeptisch und begierig zugleich folgt ihm der junge König von Theben, Pentheus, und wird von der eigenen Mutter zerrissen.

Wir verstehen die Bakchen als Zerreissprobe für unsere Vorstellung. Von Theater und Tragödie, dem gültigen Körper und dem geordneten Wort. Erzählend und bezeugend, zwischen Chor und Rollenpositionen, verwandeln sich die Körper der Frauen. Die musikalische Struktur entspringt ihren Stimmen und dem Rhythmus der Erzählung.

Leitung
Noemi Fischer

Maskenperformance
Mona Rabofsky
Idee: Jan Jedenak

Performerinnen
Desirèe M. Jakobs
Nadine-Sara Lüthi
Mona Rabofsky
Ines Roessl
Jana Stadlmayr
Melissa Coleman: Cello
Maria Gstättner: Fagott

Text
Euripides, Bakchen,
nach der Übersetzung von Wolfgang Schadewaldt (Rechte: Suhrkamp)

Gekommen bin ich, Sohn des Zeus, in dieses Land
Von Theben, ich, Dionysos, den einst
Des Kadmos Tochter Semele gebar,
Entbunden durch den Wetterstrahl des Zeus,
Und stehe nun, nach dem ich habe angenommen,
Statt eines Gottes, sterbliche Gestalt,
Hier an dem Quell der Dirke und dem Wasser des Ismenos,
Und sehe dort der Mutter Grabmal, die der Blitz erschlug.

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